Packliste Skitour
- Kostenlos als PDF
- Zum Ausdrucken & Abhaken
- Aus unseren Läden in Fulda
Was gehört in die Packliste für die Skitour?
Bergauf mit Fellen und freier Ferse, bergab mit fixierter Bindung durch unverspurten Schnee: Skitouren sind für viele das Schönste am Winter. Diese Packliste für die Skitour ist für Tagestouren in den Alpen gedacht, vom ersten Gipfel mit Bergführer bis zur eigenen Tour mit Freunden. Bei uns in der Rhön bist du im Winter eher mit Schneeschuhen unterwegs, für die erste richtige Skitour geht es von Fulda aus in die Alpen.
Vorweg das Wichtigste, weil es dein Leben retten kann: Die Notfallausrüstung aus LVS-Gerät, Sonde und Schaufel gehört laut Deutschem Alpenverein bei jeder Tour im ungesicherten Gelände dazu, und zwar bei jeder Person in der Gruppe. Genauso wichtig ist, dass du sie bedienen kannst. Ein Lawinenkurs gehört deshalb an den Anfang, nicht ans Ende. Als Einstieg ohne Lawinenrisiko eignen sich Pistenskitouren auf geöffneten Pisten. Gepackt wird in einen Rucksack mit 25 bis 35 Litern.
Ski, Felle und Schuhe
Für die ersten Touren musst du nicht alles kaufen. Ski, Schuhe und Felle kannst du in vielen Skigebieten und bei manchen DAV-Sektionen leihen. Wichtig ist, dass Schuh und Bindung zusammenpassen.
- Tourenski mit Tourenbindung – die Bindung gibt die Ferse im Aufstieg frei und wird für die Abfahrt verriegelt.
- Steigfelle, auf deinen Ski zugeschnitten – sie verhindern, dass du rückwärts rutschst. Zu Hause in einem Fellsack oder mit Schutzfolie lagern.
- Harscheisen – für harten, vereisten Schnee, wenn die Felle allein nicht mehr greifen.
- Tourenschuhe mit Gehmodus – im Aufstieg beweglich, für die Abfahrt steif. Probier sie mit deinen Tourensocken an.
- Verstellbare Stöcke mit großen Tellern – kleine Sommerteller versinken im Tiefschnee.
- Helm – für die Abfahrt und bei Absturzgelände.
- Reparaturset – Klebeband, Kabelbinder und ein kleines Multitool, falls Fell oder Bindung zicken.
Notfallausrüstung: LVS-Gerät, Sonde und Schaufel
Wird jemand verschüttet, hängt alles an den Begleitern. Die Überlebenschance liegt laut DAV in den ersten Minuten bei über 90 Prozent und sinkt nach etwa 15 Minuten rapide. Bis organisierte Rettung da ist, vergeht meist mehr Zeit. Darum zählt geübte Kameradenrettung mehr als das teuerste Gerät.
- LVS-Gerät mit drei Antennen – mit digitaler Anzeige, Richtungspfeil und Distanz. Trag es am Körper unter der Jacke, nicht im Rucksack.
- Ersatzbatterien fürs LVS-Gerät – Kälte leert Batterien schneller.
- Lawinensonde – laut DAV länger als 220 cm, dicker als 1,2 cm und mit schnellem Spannverschluss.
- Lawinenschaufel – mit großem, robustem Blatt aus Metall und stabiler Verbindung zum Stiel. Ein paar Gramm weniger sind hier kein Argument.
- Erste-Hilfe-Set, Biwaksack und Rettungsdecke – laut DAV reicht ein Set pro drei Personen. Der Biwaksack schützt eine verletzte Person vor Wind und Kälte, bis Hilfe kommt. Auswahl unter Biwaksäcke.
- Geladenes Handy mit Notrufnummern – den europäischen Notruf 112 und den Notruf des Landes, in dem du unterwegs bist.
- Lawinen-Airbag (optional) – er kann eine Verschüttung verhindern oder verringern, ersetzt LVS, Sonde und Schaufel aber nicht.
Halte das Handy und andere Elektronik vom LVS-Gerät fern. Der DAV nennt beim Senden mindestens 20 cm Abstand, beim Suchen mindestens 50 cm. Vor der Suche gibst du das Handy also am besten weg oder schaltest es aus.
Lawinenlagebericht und Tourenplanung
Der Lawinenlagebericht ist der wichtigste Teil der Planung. Lies nicht nur die Gefahrenstufe von 1 bis 5, sondern auch, wo die Gefahrenstellen liegen (Höhenlage und Hangrichtung) und welche Lawinenprobleme beschrieben sind. Wenn du das noch nicht sicher einordnen kannst, ist das genau der Inhalt eines Lawinenkurses bei einer DAV-Sektion oder Bergschule.
- Lawinenlagebericht am Vorabend und am Morgen lesen – in Bayern beim Lawinenwarndienst Bayern, für Tirol, Südtirol und das Trentino auf lawinen.report, in der Schweiz beim SLF.
- Wetterbericht und Plan B – mit einer kürzeren oder flacheren Alternative, falls die Verhältnisse nicht passen.
- Route auf Karte oder als GPX-Track – mit Umkehrpunkt und Zeitplan.
- LVS-Check am Ausgangspunkt – alle Geräte eingeschaltet, Senden und Empfangen werden in der Gruppe geprüft.
- Tour bei jemandem hinterlegen – wo, mit wem und wann ihr zurück sein wollt.
- Umkehren können – im Zweifel ist die Abfahrt über die Aufstiegsspur die richtige Entscheidung.
Bekleidung nach dem Zwiebelprinzip
Im Aufstieg schwitzt du schon bei Minusgraden, am Gipfel oder an der Felle-ab-Stelle bläst der Wind. Darum lieber mehrere dünne Schichten, die du schnell wechselst, als eine dicke Jacke.
- Merino-Funktionsunterwäsche – transportiert Feuchtigkeit und wärmt auch etwas feucht noch.
- Fleece oder Midlayer – für kalte Starts am Morgen.
- Isolationsjacke – für Gipfel und Pausen, sofort überziehen. Den Unterschied zwischen Daune und Kunstfaser erklärt der Ratgeber Isolationsjacke: Daune oder Kunstfaser.
- Hardshelljacke – mit helmtauglicher Kapuze gegen Wind und Schnee.
- Tourenhose – atmungsaktiv, mit Belüftung und Schneefang.
- Merino-Skisocken plus Ersatzpaar – dünn genug, dass der Schuh nicht drückt.
- Dünne Handschuhe für den Aufstieg – und warme Fäustlinge für Gipfel und Abfahrt. Beides findest du unter Hestra.
- Mütze, Stirnband und Buff oder Sturmhaube
- Gletscher- und Skibrille – Schnee reflektiert stark, im Aufstieg die Sonnenbrille, bei Wind und Flachlicht die Skibrille. Auswahl unter Gletscherbrillen.
Rucksack, Verpflegung und Kleinkram
- Tourenrucksack mit 25 bis 35 Litern – mit separatem Fach für Schaufel und Sonde und Skihalterung für Tragepassagen.
- Thermosflasche mit heißem Tee – Trinkschläuche frieren schnell ein.
- Snacks und Riegel – griffbereit in der Jackentasche, damit sie nicht steinhart werden.
- Sonnencreme mit hohem LSF und Lippenschutz – auch unter Kinn und Nase.
- Stirnlampe – für frühe Starts und falls es länger dauert.
- Ausweis, Bargeld und Alpenvereinsausweis – für Hütte, Parkplatz und Einkehr.
Typische Packfehler
- Ausrüstung dabei, aber nie geübt. LVS-Suche, Sondieren und Schaufeln funktionieren im Ernstfall nur, wenn du sie vorher unter Anleitung trainiert hast. Frische das jede Saison auf.
- LVS-Gerät im Rucksack. Wird der Rucksack bei einer Lawine weggerissen, sendet das Gerät an der falschen Stelle. Es gehört an den Körper.
- Zu warm losgehen. Nach zehn Minuten Aufstieg bist du durchgeschwitzt und frierst am Gipfel. Starte mit einer Schicht weniger.
- Felle nicht vorher getestet. Kleben sie nicht mehr richtig, merkst du es am ersten steilen Hang. Prüf sie vor der Saison zu Hause.
Was Einsteiger wirklich brauchen und wie du den Lawinenlagebericht liest, erklären wir im Ratgeber Skitour Ausrüstung für Einsteiger. Ohne Ski, aber mit Schneeschuhen geht es in der Packliste fürs Winterwandern und die Schneeschuhtour. Die Skitouren-Packliste als PDF zum Ausdrucken und Abhaken lädst du oben herunter. Handschuhe, Brillen und Isolationsjacken probierst du am besten vor der Saison an: Komm in unseren Outdoor-Laden in der Karlstraße 33 in Fulda, wir schauen gemeinsam, welche Schichten zu deinen Touren passen. Gegenüber, in der Karlstraße 34, ist unser Bike-Laden.
Passender Ratgeber
Skitour Ausrüstung für Einsteiger: was du wirklich brauchstSkitour Ausrüstung für Einsteiger: Ski, Felle und Schuhe, Notfallausrüstung mit LVS-Gerät, Sonde und Schaufel und Bekleidung im Zwiebelprinzip.Ratgeber lesen →
Häufige Fragen zur Packliste Skitour
Was braucht man für eine Skitour?
Tourenski mit Tourenbindung, Felle, Harscheisen, Tourenschuhe und Stöcke mit großen Tellern. Dazu für jede Person LVS-Gerät, Sonde und Schaufel, außerdem Erste-Hilfe-Set, Biwaksack und Handy. Kleidung packst du nach dem Zwiebelprinzip mit zwei Paar Handschuhen und Brille.
Brauche ich für eine Skitour ein LVS-Gerät?
Ja, bei jeder Tour im ungesicherten Gelände, und zwar jede Person in der Gruppe zusammen mit Sonde und Schaufel. Wer verschüttet wird, ist auf die Begleiter angewiesen, denn die Überlebenschance sinkt laut DAV nach etwa 15 Minuten rapide. Das Gerät nützt aber nur, wenn du die Suche in einem Kurs gelernt hast und regelmäßig übst.
Wie lang muss eine Lawinensonde sein?
Der DAV empfiehlt eine Sonde mit mehr als 220 cm Länge und mehr als 1,2 cm Durchmesser. Wichtig ist außerdem ein schneller, zuverlässiger Spannverschluss, damit die Sonde im Ernstfall sofort einsatzbereit ist.
Kann ich ohne Lawinenkurs auf Skitour gehen?
Für eine Pistenskitour auf geöffneten Pisten brauchst du keinen Lawinenkurs, dort übst du Aufstieg und Spitzkehren ohne Lawinenrisiko. Ins freie Gelände solltest du erst nach einem Lawinenkurs gehen oder mit einem staatlich geprüften Bergführer. Kurse bieten DAV-Sektionen und Bergschulen an.
Wo finde ich den Lawinenlagebericht?
Für die bayerischen Alpen beim Lawinenwarndienst Bayern, für Tirol, Südtirol und das Trentino auf lawinen.report und für die Schweiz beim SLF. Lies neben der Gefahrenstufe auch die Gefahrenstellen nach Höhenlage und Hangrichtung sowie die beschriebenen Lawinenprobleme.