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Packliste Klettergarten
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Was gehört in die Packliste für den Klettergarten?
Ein Tag im Klettergarten fühlt sich anders an als die Halle: Zustieg mit vollem Rucksack, Fels statt Plastikgriffe, Wetter statt Klimaanlage und kein Kiosk am Wandfuß. Diese Packliste für den Klettergarten ist für Sportklettern am Fels gedacht, also eingebohrte Routen mit Seil, Expressen und Umlenkung. Sie passt für einen Tag in der Rhön, im Frankenjura oder in jedem anderen Gebiet mit Einseillängen-Routen.
Eins vorab, und das meinen wir ernst: Sichern, Umbauen an der Umlenkung und Standplatzbau gehören in die Hände von Menschen, die es gelernt haben. Wenn du aus der Halle kommst, mach deine ersten Fels-Tage mit erfahrenen Leuten oder in einem Kurs. Ein Rucksack mit 30 bis 45 Litern trägt alles, was auf dieser Liste steht.
Sicherungsausrüstung
Laut DAV gehören Fehler beim Ablassen zu den häufigsten Unfallursachen am Fels, meist rutscht ein zu kurzes Seilende durch das Sicherungsgerät. Ein Knoten im Seilende kostet zehn Sekunden.
- Einfachseil mit 60 bis 70 Metern – in Gebieten mit langen Routen auch 80 Meter wie beim Petzl Contact 9.8. Vorher im Kletterführer prüfen, ob das Seil für die längsten Routen bis zum Boden reicht. Modelle unter Kletterseile.
- Seilsack oder Seilplane – hält Sand, Erde und Nadeln aus dem Seil.
- 12 bis 16 Expressen – zählen, wie viele Bohrhaken die längste Route hat, und zwei als Reserve einpacken.
- Klettergurt – gut eingestellt, mit Materialschlaufen für Expressen und Schlingen. Auswahl unter Klettergurte.
- Sicherungsgerät mit HMS-Karabiner – ein Gerät, mit dem du sicher umgehen kannst, etwa ein Petzl GRIGRI an einem HMS-Karabiner wie dem Aliens HMS Classic Screw.
- Kletterhelm – für Kletternde und Sichernde, zum Beispiel der leichte Petzl Sirocco. Am Fels kann sich immer Gestein lösen.
- Bandschlingen in zwei Längen – für Umlenkung und Selbstsicherung.
- 2 bis 3 Schraubkarabiner – zusätzlich zum HMS am Sicherungsgerät.
- Selbstsicherungsschlinge – zum Umbauen an der Umlenkung.
- Reepschnur (optional) – für Prusik oder als Reserve.
- Clipstick (optional) – hängt die erste Exe ein, wenn der erste Haken hoch sitzt.
Kletterausrüstung
- Kletterschuhe – für einen langen Felstag lieber ein bequemes Paar, das du zwischen den Routen nicht sofort ausziehen musst, etwa der Scarpa Reflex VS. Auswahl unter Kletterschuhe.
- Chalkbag mit Chalk – zum Beispiel der Black Diamond Mojo. Welcher Beutel und welche Kreide zu dir passt, steht im Ratgeber Chalk Bag kaufen.
- Bürste – zum Säubern von Griffen, auf denen zu viel Chalk liegt.
- Fingertape – für Risse, scharfe Kanten und beanspruchte Fingerkuppen.
Bekleidung für den Klettertag
Beim Klettern wird dir warm, beim Sichern am schattigen Wandfuß wird dir schnell kalt. Das unterschätzen gerade Hallenkletterer beim ersten Felstag.
- Zustiegsschuhe – mit griffiger Sohle für steile, rutschige Pfade zum Wandfuß.
- Robuste, elastische Kletterhose – Fels scheuert mehr als Hallenwände, die Black Diamond Notion Pants halten das aus.
- Shirt und Langarmshirt – das Langarm schützt bei Kanten und kühlerem Wetter.
- Warme Jacke für die Sicherungspausen – eine Isolationsjacke oder ein Fleece.
- Regenjacke – für den Zustieg und den Rückweg, wenn ein Schauer durchzieht.
- Cap oder Mütze – je nach Jahreszeit und Sonnenseite.
Essen und Trinken
Am Fels gibt es in der Regel kein Wasser. Was du trinken willst, trägst du selbst hoch.
- Trinkflasche mit 1,5 bis 2 Litern – an warmen Tagen und an Südwänden lieber mehr.
- Brotzeit – ein Klettertag dauert meist länger als geplant.
- Riegel und Obst – für die Pause zwischen zwei Routen.
Planung und Regeln am Fels
Für viele Klettergebiete in Deutschland gelten Regelungen, die mit Naturschutzbehörden und Alpenverein abgestimmt sind. Was in einem Gebiet erlaubt ist, steht im aktuellen Kletterführer und bei der zuständigen DAV-Sektion.
- Kletterführer oder Topo – mit Routenlängen, Schwierigkeiten und Anzahl der Haken.
- Sperrungen prüfen – manche Felsen sind zum Beispiel während der Vogelbrut gesperrt.
- Zustieg und Parken klären – nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen und Zustiegen.
- Lokale Regeln zu Chalk beachten – in einigen Gebieten ist Magnesia eingeschränkt oder unerwünscht.
- Wetterbericht checken – nasser Fels ist rutschig, und manches Gestein ist nach Regen empfindlich.
Erste Hilfe, Hygiene und Sonstiges
- Erste-Hilfe-Set – mit Tape, Pflastern und Rettungsdecke.
- Sonnen- und Insektenschutz – am Wandfuß im Wald kommen im Sommer gern die Mücken.
- Müllbeutel – alles wieder mitnehmen, auch Tape-Reste und Obstschalen.
- Toilettenpapier und kleine Schaufel – an vielen Felsen gibt es keine Toilette.
- Handy mit Notruf 112 – vorher schauen, ob am Fels Empfang ist.
- Stirnlampe – für den Rückweg, wenn die letzte Route länger gedauert hat.
- Rucksack mit 30 bis 45 Litern – mit großer Öffnung, damit das Seil gut hineinpasst.
Unsere Tipps aus dem Laden
- Partnercheck vor jeder Route. Gurtverschlüsse, Anseilknoten, Karabiner, Sicherungsgerät und Knoten im Seilende, gegenseitig und jedes Mal.
- Vorher klären: ablassen oder abseilen? Missverständnisse beim Kommando gehören laut DAV zu den typischen Unfallursachen. Sprecht eindeutige Kommandos ab.
- Bis zum ersten Haken aufpassen. Dort sind Bodenstürze am wahrscheinlichsten. Ein Clipstick oder ein aufmerksamer Spotter hilft.
- Aus der Rhön? Eines der bekanntesten Klettergebiete der Rhön ist die Steinwand bei Poppenhausen, eine 25 bis 28 Meter hohe Phonolithwand. Infos zu Routen und Regeln findest du im Kletterführer.
Gebiete, Regeln und Ausrüstung für den Frankenjura, eines der bekanntesten Klettergebiete Deutschlands, stellen wir im Ratgeber Klettern in der Fränkischen Schweiz vor, die passende Liste für mehrere Tage dort ist die Packliste Klettern in der Fränkischen Schweiz. Die Packliste für den Klettergarten kannst du oben als PDF herunterladen und abhaken. Seil, Gurt, Helm und Kletterschuhe kannst du im Outdoor-Laden in der Karlstraße 33 in Fulda anschauen und anprobieren. Gegenüber in der Karlstraße 34 ist unser Bike-Laden.
Passender Ratgeber
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Häufige Fragen zur Packliste Klettergarten
Was brauche ich zum Sportklettern am Fels?
Ein Einfachseil, Expressen, Klettergurt, Sicherungsgerät mit HMS-Karabiner, Kletterhelm, Kletterschuhe und Chalkbag. Dazu Bandschlingen, Schraubkarabiner und eine Selbstsicherungsschlinge für das Umbauen an der Umlenkung. Wichtiger als jedes Teil ist, dass du Sichern und Umbauen gelernt hast.
Wie lang muss ein Kletterseil für den Klettergarten sein?
In vielen Gebieten reichen 60 bis 70 Meter, bei langen Routen kann auch ein 80-Meter-Seil nötig sein. Entscheidend ist, dass das Seil beim Ablassen sicher bis zum Boden reicht. Prüf das im Kletterführer und mach immer einen Knoten ins Seilende.
Wie viele Expressen brauche ich im Klettergarten?
Für die meisten Sportkletterrouten reichen 12 bis 16 Expressen. Zähl im Topo die Haken der längsten Route, die du klettern willst, und nimm zwei als Reserve mit. Für die Umlenkung brauchst du zusätzlich Schlingen und Schraubkarabiner.
Braucht man im Klettergarten einen Helm?
Ja, ein Kletterhelm ist am Fels sinnvoll, für Kletternde und für Sichernde. Laut DAV schützt er bei Steinschlag, etwa durch lockeres Gestein oder einen Weg oberhalb der Wand. Am Wandfuß solltest du dich außerdem außerhalb der Steinschlagzone aufhalten.
Kann ich als Hallenkletterer einfach an den Fels gehen?
Besser nicht allein. Am Fels kommen Umbauen an der Umlenkung, weitere Hakenabstände und Absprachen zum Ablassen dazu. Fehler beim Ablassen gehören laut DAV zu den häufigsten Unfallursachen. Mach die ersten Felstage mit erfahrenen Leuten oder in einem Kurs.